Bald zu dritt? So bereitet ihr euch finanziell auf das Familienleben vor

Eine Familie zu gründen ist wohl das schönste Abenteuer des Lebens – aber auch ein ziemlich teures. Schon bevor das Baby überhaupt da ist, muss viel gekauft und organisiert werden, Versicherungen müssen abgeschlossen werden, Arztrechnungen bezahlt… Und nach der Geburt geht es im gleichen Stil weiter: Versicherungen, Freizeit, Essen, Ferien und nicht zuletzt die Kita-Kosten können das Familienbudget strapazieren. Etwas einfacher ist es für Eltern, die sich rechtzeitig mit den künftigen Finanzen ihrer kleinen Familie befassen. 

Endlich ist es da, das kleine Wunder! Ein Blick, ein Lächeln, ein Wink mit den winzigen Fingerchen und schon hat euch euer Kleines komplett in den Bann gezogen. Und euch erwartet ein aufregendes Abenteuer: das Leben als Familie. Was da noch alles auf euch zukommen wird! Klar, in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt will niemand an die Finanzen denken – dann dreht sich alles um euer neues Familienmitglied. Und auch vor der Geburt gibt es aufregendere Momente, als die, in denen ihr euch um Finanzen, Versicherungen und Co. kümmern müsst. Aber genau damit ihr euch nach der Geburt ganz dem Leben als Familie widmen könnt und euch nicht um Policen, Budgets und Vorsorge kümmern müsst, lohnt es sich, sich schon vorher mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Und dann eure erste gemeinsame Zeit einfach nur zu geniessen.

Das Budget: Wie viel Geld brauchen wir eigentlich?

Im Idealfall habt ihr natürlich auch schon vor der Famiiengründung ein Haushaltsbudget. Wenn nicht, dann ist es jetzt höchste Zeit, euch daran zu machen. Ein Budget zu erstellen ist nicht das spannendste Element der Geburtsvorbereitung. Besonders als Familie sollt ihr aber eure Einnahmen und Ausgaben genau im Blick haben und auch Geld für Unvorhergesehenes auf die Seite legen. Schliesslich kann mit einem Kind eine ganze Menge Ungeplantes passieren! Unsere besten Tipps dazu, wie ihr das Familienbudget entlasten und sparen könnt, findet ihr hier.

Zulagen und Steuererleichterungen: Welche Ansprüche haben wir?

Good News: wer Kinder hat, bekommt zum Ausgleich der Kosten etwas Geld zurück. Als Familie habt ihr Anspruch auf:

  • Kinderzulagen
  • Ausbildungszulagen
  • Geburts- oder Adoptionszulagen (je nach Kanton)

Kinderzulagen müsst ihr bei eurem Arbeitgeber beantragen, da sie monatlich mit dem Lohn überwiesen werden. Ab dem 16. Altersjahr steigen die Beträge dafür und die Kinderzulage wird zur Ausbildungszulage. Lebt ihr in einem Kanton, der freiwillig eine Geburts- oder Adoptionszulage eingeführt hat, bekommt ihr in der Regel einen einmaligen Betrag ausgezahlt. 

Auch auf eure Steuern hat eure neue Familiensituation eine Auswirkung. Ihr könnt Pauschalabzüge für eure Kinder geltend machen und zusätzlich auch Betreuungskosten sowie Gesundheitskosten für eure Kinder von den Steuern abziehen. Informiert euch am besten bei eurem zuständigen Steueramt darüber, was sich künftig steuerlich für euch ändert – und denkt daran, alle Ansprüche auch geltend zu machen. 

Die grossen Fragen: Wer schaut auf unser Kind? Und wie werden wir künftig arbeiten?

Kita-Kosten und Erwerbsausfälle sind zwei Punkte, die für euer Familienbudget extrem relevant sein werden. Wer betreut euer Kind, wenn ihr beide arbeitet? Wollt ihr überhaupt beide Vollzeit arbeiten? Könnt ihr euch Teilzeit-Stellen leisten? Wie finanziert ihr den Kita-Platz? Welche Optionen habt ihr eigentlich? Damit ihr euch nach der Geburt voll und ganz eurem neuen Familienzuwachs widmen könnt, lohnt es sich, sich noch während der Schwangerschaft mit diesen grossen Fragen zu befassen – schliesslich müssen Teilzeitstellen bewilligt, Kita-Plätze beantragt, Au-Pairs angestellt oder die Grosseltern für «Hütetage» angefragt werden. Überlegt euch hier, wie eure ideale Situation aussehen würde und kalkuliert dann genau durch, welche finanziellen Auswirkungen diese hätte. Spielt dann andere Szenarien durch, bis ihr die Option findet, die sowohl für euer Familienleben und eure beruflichen Ziele wie auch finanziell die beste Lösung ist. Unsere wichtigsten finanziellen Tipps zur Teilzeitarbeit:

  • Wer weniger als 60 Prozent arbeitet, läuft Gefahr, Vorsorgelücken zu bekommen. Denn wer ein Einkommen von unter 21’330 CHF hat, bezahlt keine PK-Beiträge und bekommt dann im Alter nur eine minimale AHV-Rente. 
  • Für Teilzeitangestellte ist die private Vorsorge besonders wichtig. Schliesslich werden die Beträge für die berufliche und die obligatorische Vorsorge prozentual anhand der Lohnsumme berechnet und werden kleiner, je weniger ihr arbeitet. Umso wichtiger sind die Einzahlungen in die Säule 3a. 
  • Wer aufgrund von Teilzeitarbeit Vorsorgelücken hat, kann sich in die Pensionskasse einkaufen – und diesen Betrag von den Steuern abziehen. 

Die noch grössere Frage: Sollen wir heiraten?

Längst sind nicht alle Eltern auch verheiratet, wenn das erste Kind zur Welt kommt. Dazu gehört auch ihr? Dann lohnt es sich, sich vor der Geburt noch einmal Gedanken dazu zu machen, ob eine Heirat nicht doch eine Option wäre – auch wenn das nicht ganz so romantisch tönt. Ganz unromantisch, dafür aber umso hilfreicher sind die folgenden finanziellen Vor- und Nachteile, die wir für euch zusammengestellt haben:

Finanzielle Vorteile einer Ehe

  • Verheiratete bekommen im Falle eines Todesfalls Leistungen aus der AHV, der Pensionskasse und der Säule 3a.
  • Bei einer Trennung oder Scheidung bekommt die wirtschaftlich schwächere Person Anspruch auf Alimente und eines Anteils des Vermögens, das während der Ehe angehäuft wurde
  • Keine Erbschafts- und Schenkungssteuer für Verheiratete. 

Finanzielle Nachteile einer Ehe

  • Verheiratete bezahlen aufgrund der Steuerprogression in der Regel mehr Steuern.
  • Im Alter erhalten Verheiratete weniger AHV-Rente als Konkubinatspaare oder Einzelpersonen. 
  • Bei einer Scheidung können hohe Kosten anfallen.

Wenn ihr euch gegen die Ehe entscheidet, lohnt es sich, einen Konkubinatsvertrag aufzusetzen. So könnt ihr eure Einkommenverhältnisse regeln, für den Fall, dass ihr euch trennt. Daran will zwar niemand denken – aber besonders wenn ihr eine Familie habt, lohnt es sich, vorbereitet zu sein.

Auf der sicheren Seite: So schützt ihr euere Familie

Vorbereitung ist auch das grosse Stichwort, wenn es um die Versicherungen und die Krankenkasse für eure Familie geht. Mit einem Kind habt ihr schliesslich auch auf einen Schlag eine Menge Verantwortung. Umso wichtiger ist es, eure ganze Familie so gut wie möglich abzusichern. 

Die Hausratversicherung

Eure Familie wird grösser? Dann wächst meist auch euer Haushalt. Schliesslich braucht auch ein kleines Kind erstaunlich viele Dinge. Schliesst also unbedingt eine Hausratversicherung ab, wenn ihr noch keine habt, oder prüft den Wert des Hausrats in der bestehenden Versicherung. Je nachdem, was ihr euch als Familie alles anschafft, lohnt es sich, den Wert in der Versicherung anzupassen, damit ihr nicht unterversichert seid. 

Die Privathaftpflichtversicherung

Wenn euer Kind die Welt erst mal so richtig entdeckt, kann es dabei ganz schön viele Unheil anrichten: der Babybrei landet auf dem Perserteppich der Tante, der Wohnungsschlüssel zeichnet Muster ins Lack des Nachbarsautos – und noch viel mehr. Dafür gibt es die Haftpflichtversicherung. Prüft genau, welche Familienversicherungen die besten Konditionen für eure Bedürfnisse bieten und passt eure Haftpflichtversicherung noch vor der Geburt an.

Die Lebensversicherung

Neben freudigen Ereignissen – wie der Geburt des ersten Kindes – gehören auch ernste Themen zum Leben. Besonders als Familie solltet ihr euch Gedanken dazu machen, wie ihr euch bei Invalidität und Tod absichert. Eine Lebensversicherung lohnt sich meist für beide Elternteile. Auch hier solltet ihr verschiedene Angebote prüfen und die für euch beste Lösung suchen. 

Die Krankenkasse

Schon wenn es noch ganz klein ist, braucht euer Baby eine Krankenversicherung. Die ersten drei Monate ist es zwar noch über die Krankenkasse der Mutter versichert. Im Idealfall meldet ihr euer Kind aber schon vor der Geburt bei der Krankenversicherung an. So könnt ihr euch nach der Geburt ganz dem gegenseitigen Kennenlernen widmen und müsst euch nicht den Kopf darüber zerbrechen, wer Kontrolluntersuchungen, Screenings und Impfungen bezahlt. Übrigens: ihr müsst euer Baby nicht zwingend bei der Krankenkasse der Mutter anmelden, sondern könnt selbst entscheiden, welche Option die beste für euere Familie ist. 

Zusatzversicherungen

Auch Zusatzversicherungen können sich für eure Familie lohnen. Hier ist die vorgeburtliche Anmeldung noch wichtiger. Denn Zusatzversicherungen können die Aufnahme eures Babys verweigern – zum Beispiel dann, wenn es eine angeborene Krankheit hat. Wenn es schon vor der Geburt angemeldet ist, kann die Krankenkasse die Aufnahme nicht mehr ablehnen. Erkundigt euch also schon vor der Geburt umfassend zu den Möglichkeiten, die ihr als Familie habt. 

Daran denken möchte man am liebsten nicht, trotzdem lohnt es sich, sich damit auseinanderzusetzen was passiert, wenn das Leben nicht ganz so läuft, wie man es sich wünscht. Zum Beispiel bei Invalidität durch Krankheit (insbesondere bei angeborenen Erkrankungen) oder Unfall: für euer Kind könnt ihr ein Invaliditätskapital versichern, beispielsweise über eine Zusatzversicherung der Krankenkasse oder über eine Versicherung. Damit könnt ihr notwendige Massnahmen finanzieren, welche die IV nicht bezahlt.  

Wenn euer Kind etwas grösser ist, lohnt sich oft auch eine Zusatzversicherung für Zahnarztkosten. Denn diese können nicht nur exhorbitant hoch sein, sondern haben Versicherer auch das Recht, die Aufnahme eures Kindes zu auch verweigern, wenn eine Zahnfehlstellung sichtbar ist. Entsprechend ist auch hier wichtig, dass ihr die Versicherung frühzeitig abschliesst. 

Auch eine private Krankenversicherung kann sich für eure Familie oder euer Kind lohnen– besonders für kleine Kinder ist diese noch nicht so teuer und kann jederzeit nach unten angepasst werden. 

Willkommen in einer Welt voller Überraschungen

Euer neuer Alltag als Familie wird eine Menge Überraschungen bereithalten. Das Kribbeln im Bauch, wenn eure Kleine oder euer Kleiner zum ersten Mal zurücklächelt. Das erste Mal «Mama» oder «Papa» zu hören. Zu erleben, wie viel Persönlichkeit auch ein kleines Baby schon haben kann. Eine richtige kleine Familie zu sein. Auch finanzielle Überraschungen wird es sicher die eine oder andere geben. Mit guter Vorbereitung seid ihr aber auch dafür gewappnet. Dazu gehört auch, euch Gedanken dazu zu machen, wie ihr den Kita-Platz finanzieren möchtet. Wie wir euch dabei helfen können, erklären wir euch hier.

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